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01.01.2012

Heuschnupfen-was macht die Nase frei?

Es ist im Leben schon merkwürdig, wenn sich die Frühlingsmonate von ihrer schönsten Seite zeigen, die Bäume und viele Sträucher blühen, beginnt für fast 12 Millionen Menschen in Deutschland eine Zeit des Leidens. Die Luft ist voller Pollen und Blütenstaub, die Asthmatiker – die am Heuschnupfen leiden – sind in ihrem Wohlbefinden stark eingeschränkt. Schulische oder berufliche Leistungen, das soziale Leben – der Alltag wird durch die unterschiedlichen allergischen Reaktionen beeinträchtigt... Wer unter Heuschnupfen leidet , entwickelt möglicherweise auch allergische Reaktionen auf bestimmte Lebensmittel, sogenannte Kreuzallergien. 

Nach aktuellen Erkenntnissen sind Heuschnupfen und Asthma eng miteinander verwandt. Etwa 30 Prozent der Menschen, die Heuschnupfen haben, entwickeln auch Asthma - Symptome. Umgekehrt leiden viele Patienten mit allergischem Asthma auch an Symptomen einer allergischen Rhinitis. Und die Zahl der Patienten wächst von Jahr zu Jahr. Vielleicht auch deshalb, weil durch die Klimaveränderungen andere Pflanzen bei uns heimisch werden, oder wir selbst hierbei mithelfen:

Meisenringe oder andere Vogelfuttermischungen werden nicht nur aus einheimischen Samen oder Körnern hergestellt. Viele Futtermischungen kommen aus anderen Ländern und sind „belastet" z. B. mit Samen von Ambrosia artemisiifolia . Über die tatsächliche Verbreitung dieser Pflanze in NRW ist noch wenig bekannt. Die Ambrosia – Pollen sind besonders klein und können deshalb tief in die Bronchien gelangen. Ca. 80% aller Allergiker reagieren ohnehin auf Ambrosia. Das „Beifußblättrige Traubenkraut" wie Ambrosia auch genannt wird, stammt ursprünglich aus Nordamerika. Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges sollen die Samen mit den Getreidelieferungen der amerikanischen Armee in verschiedene Gebiete Westeuropas eingeschleppt worden sein. Die Samen keimen schon im März. Der Höhepunkt der Blüte sind die Monate August / September.

Selbstveständlich ist die beste Therapie, den Kontakt zum auslösenden Allergen zu meiden. Doch ist das im Alltag möglich? Hier einige Tipps, die eine „Pollenzeit" erleichtern können:

A. Bereiten Sie sich auf den Pollenflug vor und lassen Sie sich von Ihrem Hausarzt beraten. Es gibt verständlicherweise viele Behandlungsmöglichkeiten.

B. Sind Sie Pollenallergiker, vermeiden Sie Spaziergänge unter blühenden Bäumen oder anderen blühenden Pflanzen, auf die Sie allergisch reagieren. Das kann von Frühjahr bis Spätsommer gelten.

C. Der Rasen und die Grünflächen der Nachbarn sollten kurz gehalten werden, damit die Gräser nicht zum Blühen kommen. Vielleicht gelingt es auch gemeinsam mit dem Nachbarn, sich von der Hasel oder Birke zu trennen und einen anderen Baum zu pflanzen.

D. Nutzen Sie die Regentage, Touren sollten Sie nach einem Regenguss unternehmen. An sonnigen und windigen Tagen ist es besser, zuhause zu bleiben.

E. Überprüfen Sie den Staubsauger, ob der Filter intakt ist. Sonst werden die eingesaugten Pollen im Zimmer verwirbelt.

F. Staubige Kleidung sowie Schuhe sollten sofort nach Heimkehr im Flur gewechselt werden. Keinesfalls im Schlafzimmer umziehen!

G. Nachts sollten die Fenster geschlossen bleiben

H. Auf dem Land ist der Pollenflug frühmorgens am stärksten, in der Stadt am Abend.

I. Beim Autofahren halten Sie die Fenster und das Schiebedach geschlossen. Sicherlich ist eine Klimaanlage mit einem Pollenfilter eine sinnvolle Anschaffung.

J. Entfernen der Pollen in den Haaren durch eine abendliche Kopfwäsche sowie Nasendusche abends und morgens.

K. Im Urlaub den Pollen ausweichen! Geeignet ist z. B. die Nordsee (weniger die Ostsee) oder anderen Küsten mit auflandigem Wind, wie die portugiesische, spanische oder französische Atlantikküste. Auch das Hochgebirge ab 1.500 m eignet sich, wenn man sich informiert hat, was dort blüht.

L. Informieren Sie sich täglich über den Pollenflug im Radio oder im Internet.

Nicht angesprochen wurden die Vielzahl der Medikamente in Tabletten-, Augentropen oder Nasensprayform, die Desensibilisierung und sonstigen Therapiemöglichkeiten – insbesondere bei der täglichen Berufstätigkeit. Neben den alljährlichen „Verhaltensmustern", die jeder Patient hat, möchten wir nochmals eindringlich empfehlen, immer wieder die Therapiemöglichkeiten mit Ihrem Arzt durchzusprechen, der die Neuentwicklungen kennt und gegebenenfalls andere Präparate absetzt. Es gibt verschiedene Möglichkeiten Nase frei – Kopf frei zu haben. Fragen Sie uns – wir helfen!

 

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