01.04.2008 Ambrosia - Gefahr für die Gesundheit
Pudelwohl fühlen sich Waschbären und Grauhörnchen oder der Riesenbärenklau im fremden Land! Beispiele für Tier- und Pflanzenarten, die bei uns eingewandert sind. Zu diesen Immigranten gesellt sich jetzt eine neue Pflanze, die sich allmählich auch in NRW ausbreitet und für unsere Gesundheit gefährlich ist.
Aufmerksame Hörer haben es bereits in den amtlichen Pollenflug – Meldungen registriert, wenn über Ambrosia-Pollen berichtet wird. Über die tatsächliche Verbreitung dieser Pflanze ist in Nordrhein – Westfalen noch wenig bekannt , während in Bayern oder in der Schweiz mit Aktionsplänen gegen die Ausbreitung vorgegangen wird.
Warum gefährlich?
Diese Pflanze ist, von Süd- und Osteuropa kommend, bei uns auf dem Vormarsch. Sie trägt das weltweit stärkste Pollen-Allergen in sich.
In Australien hat Ambrosia artemisiifolia – so der korrekte Name – den Spitznamen „Asthma – Pflanze“.
Ambrosia – Pollen sind besonders klein und gelangen deshalb besonders tief in die Bronchien. Auch Menschen, die bisher nicht unter Heuschnupfen leiden, können davon betroffen sein. Etwa 80 Prozent aller Allergiker reagieren ohnehin auf Ambrosia. Sollten sich die Pollen in den oberen Atemwegen ablagern, werden Proteine freigesetzt, wovon einige wiederum die Produktion von körpereigenen Immun-E-Antikörper anregen und hierdurch eine Sensibilisierung verursachen.
Verbreitung:
Derzeit tritt Ambrosia gehäuft im Mannheim – Ludwigshafener Raum, in Südbrandenburg und in Nordost- Bayern auf.
Die Pollen schaffen es bei ungünstiger Witterung auch zu uns!
Das „Beifußblättrige Traubenkraut“, wie Ambrosia artemisiifolia auch genannt wird, stammt ursprünglich aus Nordamerika. Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges sollen die Samen mit den Getreidevorräten der amerikanischen Armee in verschiedene Gebiete Westeuropas eingeschleppt worden sein. Doch in Deutschland ist diese Pflanze mindestens seit 1863 bekannt. Die 3 bis 4 mm langen Samen bleiben über Jahrzehnte keimfähig.
Neben der Gefahr für die menschliche Gesundheit durch POLLEN muss mittelfristig auch mit Auswirkungen auf die Landwirtschaft gerechnet werden.
In den Feldern Nordamerikas ist Ambrosia artemisiifolia im Sonnenblumen- und Sojaanbau ein schwer bekämpfbares Unkraut. Da Ambrosia mit der Sonnenblume verwandt ist, kann die Pflanze in Sonnenblumenfeldern schwer am Wachstum und Verbreitung behindert werden.
In NRW tritt die Beifuß – Ambrosia nur unbeständig auf. Sie kommt vor allem in Gärten und an Vogelfutterplätzen zur Entwicklung, wo sie aus mit Ambrosia Samen verunreinigten Vogelfuttermischungen wie Meisenringen wächst.
Sonneblumenfelder oder Blühstreifen am Feldrand, die mit verunreinigtem Saatgut angesät worden sind, können ebenfalls größere Ambrosia-Bestände hervorbringen.
Ambrosia – Allergien in Deutschland:
In ganz Deutschland werden seit 2006 an rund 40 Mess- Stationen systematisch Ambrosia-Pollen erfasst. Wie viele Menschen in Deutschland bereits sensibilisiert sind, ist nicht bekannt. Tritt jedoch im Spätsommer noch einmal Heuschnupfen auf, sollte auch an den Allergieauslöser Ambrosia gedacht werden.
Wachstum und Aussehen der Pflanze:
Die Samen keimen schon im Monat März. Sie wächst an Schuttplätzen, Böschungen, Straßen – und Ackerrändern. Junge Pflanzen ähneln dem Möhrenkraut oder später auch dem weit verbreiteten Gemeinem Beifuß. Das kommt nicht von ungefähr, beide gehören zur selben Pflanzenfamilie.
Hauptunterscheidungsmerkmale:
Ambrosia hat behaarte Stängel, der Gemeine Beifuß nicht.
Bei diesem sind wiederum die Blattunterseiten hell, bei Ambrosia grün.
Beim Zerreiben der Blätter von Ambrosia werden keine Geruchsstoffe freigesetzt. Das Blatt vom Gemeinem Beifuß enthält ätherische Öle.
Je nach Standort werden beide Pflanzen bis zu 1,50 m groß. Im Frühjahr legen sie bei einer Größe von 10 bis 15 cm eine Wachstumspause ein. Erst in den Monaten Juni/Juli beginnt das echte Wachstum! Der Höhepunkt der Blüte sind die Monate August/September. Die grüngelblichen männlichen Blütenköpfe sitzen am Ende der Zweige in traubenförmigen Blütenständen. Darunter befinden sich die weiblichen Blüten.
Weitere Ausbreitung verhindern:
Die Biologische Bundesanstalt gibt einige Tipps, wie die weitere Verbreitung eingeschränkt werden kann:
Fragen Sie beim Einkauf nach Ambrosia – Samen freiem Vogelfutter.
Beobachten Sie im Frühjahr die Fläche unter dem Vogelhäuschen.
Wenn Sie junge Ambrosia – Pflanzen finden, reißen Sie sie mit Handschuhen mit der Wurzel vor der Blüte aus und entsorgen Sie sie in de Mülltonne.
Wenn Sie blühende Pflanzen ausreißen, sollten Sie Handschuhe und eine Feinstaubmaske tragen. Vor dem Ausreißen ist die Pflanze mit einer Plastiktüte zu umhüllen.
Die ausgerissenen Pflanzen werden über den Hausmüll entsorgt.
Allergiker sollten diese Arbeiten nicht durchführen!
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